Zwischen dir und mir das Leben - Eine Liebe in Briefen -

 

März

 

 

Mögen die Grenzen, an die du stößt, einen Weg für deine Träume offen lassen.

 

 

 

 

April

 

 

Liebster,

manche Dinge beginnen wahrlich seltsam. Wie Regentropfen im Sommer, die aus einer einzelnen hellen Wolke tröpfeln und du gar nicht glauben kannst, dass dieser eine Regentropfen ausgerechnet dich trifft, obwohl die Welt um dich herum so riesengroß ist.
Oder so seltsam wie Nebel, der urplötzlich vom Meer aufs Land zieht und die Welt in Grau hüllt.
Oder eben wie unsere Liebe, deren Beginn vermutlich das Seltsamste und gleichzeitig Aufregendste und Schönste war, was ich je erlebt habe.
Ich wünschte, ich könnte mich noch, genauso wie du, an unsere allererste Begegnung erinnern. Und je öfter ich an diesen Tag denke, desto mehr Bilder kehren zurück und ich bin mir unsicher, ob sie real sind oder ob ich mir bloß wünsche, dich auf diese oder jene Art angesehen zu haben.
Du hast so viel mehr Erinnerungen an mich, als ich an dich und ich habe Angst, irgendetwas Wichtiges verpasst zu haben.
Doch wenn ich auch nur eine Sekunde mit dir verpassen würde, wäre es, als würde die Welt aufhören sich zu drehen und alles um mich herum zum Stillstand kommen.
Doch lieber habe ich das Gefühl, als stünde alles um mich herum still, weil du mich dann ansiehst und es nichts mehr gibt, außer dich und mich.

In Liebe
XXX

 

 

 

 

Mai

 

 

Liebster,

manchmal beobachte ich dich während du mit jemandem sprichst, und du bist in diesem Augenblick plötzlich so erwachsen. Das ist wahnsinnig sexy und ich liebe es, dir dabei zuzusehen.
Doch dann denke ich an mich und mir wird bewusst, wie kindisch ich im Gegensatz zu dir doch manchmal bin.
Ab und an wäre ich gerne mehr wie du – souverän, ein wenig ernsthafter und enthusiastisch bei Themen, die mich bewegen.
Du bist einer der intelligentesten Menschen, die ich kenne und ich wünsche mir, noch viel von dir zu lernen.
Du wärst wahrlich ein guter Lehrer und, wenn ich dich in Gegenwart von Kindern beobachte, ein guter Vater.
Du machst dir viel zu viele Gedanken über Dinge, die in deiner Natur liegen.
Höre öfter auf dein Herz, anstatt nur auf deinen Verstand. Schließlich hat es dich zu mir geführt – also, wie falsch kann es sein?

In Liebe
XXX

 

 

 

 

Juni

 

 

Liebster,

wir haben uns heute fürchterlich gestritten. Unser erster richtiger Streit.
Wir sind unnachgiebig und selbstzerstörerisch und die Angst dich zu verlieren war übermächtig. Wie ein Damoklesschwert, das mahnend und drohend über mir schwebte.
Als ich darüber nachdachte, die Reißleine zu ziehen und zu dir hinüber gesehen habe, hat es mir das Herz gebrochen.
Dich nicht mehr bei mir zu wissen, würde mich zerstören und mich in Millionen Einzelteile zerspringen lassen. Wie könnte ich mich je wieder zusammensetzen? In einer Welt, die ohne dich dunkel wäre?
Meine Liebe zu dir wächst jeden Tag, mit jeder Sekunde und mit jeder Berührung, jedem Wort, jedem Blick, jedem deiner, meiner, unserer Fehler.

In Liebe
XXX

 

 

 

 

Juli

 

 

Liebster,

manchmal, wenn du schläfst, betrachte ich dich.
Dann liege ich einfach nur da und versuche nicht zu atmen, damit ich nichts von dir verpasse. Und während das Mondlicht nur noch schwach auf dein Gesicht fällt, möchte ich durch dein Haar streicheln und mit meinen Fingerspitzen dein Gesicht berühren.
Weißt du, es ist seltsam neben dir zu liegen. Es ist, als würde ich tief und fest schlafen und gleichzeitig hellwach sein, aus Angst, du würdest einfach unbemerkt verschwinden.
Und dann, wenn sich nachts unsere Hände finden, ist es, als wäre alles vollkommen, weil wir im Schlaf wieder vereint sind.
Deine Haut ist nachts noch weicher als am Tag und dein Gesicht noch tausendmal schöner.
Ich wünschte, ich könnte gleichzeitig schlafen und wach sein.

In Liebe
XXX

 

 

 

 

August

 

 

Liebster,

Du bist unendlich weit von mir entfernt. Mit jeder Sekunde ein kleines Stückchen mehr. Jetzt werden die Tage ohne dich kürzer, die Nächte ohne dich einsamer und kälter. Ich wünschte, ich könnte bei dir sein. Nicht nur heute und morgen, sondern auch an jedem anderen Tag.
Ich habe noch nicht mal ein Foto von uns beiden. Immer mal wieder wollte ich dich darum bitten, aber ich habe mich nie getraut.
Nun tobt in mir die fürchterliche Angst, dass du irgendwann erkennst, dass du mich doch nicht liebst und dann habe ich nichts, was mir von dir bleibt.
Nichts, was mich an dich und mich erinnert.

In Liebe
XXX

 

 

 

 

September

 

 

Liebster,

manchmal habe ich das Gefühl, als bewegte ich mich im selben Rhythmus wie du, und das dein Rhythmus so viel schöner und anmutiger und filigraner ist als mein eigener.
Wie ein Grashalm auf einem Feld, der vom Wind stets in dieselbe Richtung wie die anderen wiegt.
Du bist mein Grashalm, mein Gegenstück.
Es ist für mich, als sei genau dieses Gefühl das normalste der Welt.
Als habe es nie etwas anderes gegeben.
Als habe es nie etwas anderes außer dich und mich gegeben.

In Liebe
XXX

 

 

 

 

Oktober

 

 

Liebster,

du bist schon wieder unendlich weit weg. Eine Millionen Kilometer. Es fühlt sich wie das andere Ende der Welt an. Wie eine Ewigkeit, die zwischen uns liegt, seit wir uns das letzte Mal geküsst haben. Es ist kaum sieben Stunden her, als ich gewunken habe und weitergefahren bin, obwohl ich anhalten und zu dir laufen wollte.
Es fühlt sich wie die Entfernung bis zum Mond und wieder zurück an. Die Distanz, die sonst meine Liebe zu dir beschrieben hat, beschreibt nun die unüberwindbare Kluft zwischen uns.
Ich muss an vorletzte Nacht denken. Daran, wie ich in deinen Armen lag, wie wir uns liebten und uns sagten, wie viel wir uns bedeuten.
Worte, die so viel und doch so wenig sein können. Doch ich glaube fest daran, dass genau diese Worte alles für dich sind – so wie für mich.
Noch immer versuche ich meine Gefühle für dich in Worte zu fassen, befürchte jedoch, dass ich es nie schaffen werde.
Erst jetzt, da diese Millionen Kilometer zwischen uns liegen, wird mir bewusst, dass ich ohne dich nicht mehr leben kann.
Ja, vermutlich hört es sich für dich verrückt an, aber ich habe soetwas noch nie empfunden. Niemals, in all den Jahren nicht.
Du vervollständigst mich, machst mich komplett.
Ich will nie wieder ein anderer Mensch sein, als der, der ich bin, wenn du bei mir bist.
XXX, ich möchte den Rest meines Lebens mit dir verbringen – ein verrückter Gedanke, den ich dem Wein schulde.
Aber ich bin überzeugt, dass es auch morgen noch das ist, was ich will.

In ewiger Liebe
XXX

 

 

 

 

November

 

 

 

Liebster,

ich stehe am Fenster und schaue in Richtung Westen.
Am Horizont, hinter den Häusern, die ich von hier aus sehen kann und den Baumkronen, die nun kaum noch Blätter tragen, verblasst die Welt in Grau.
Je länger ich auf einen unbestimmten Fleck in der Ferne starre, desto deutlicher wird der Kontrast zum Dunkel der Nacht, das von Sekunde zu Sekunde mehr Raum einfordert und mir die Erinnerung an die Sonne nimmt.
Doch dann denke ich an dich. An dein wunderschönes Gesicht, dein Lächeln, bei dem ich automatisch mitlächeln muss und an die Weichheit deiner Augen. Und plötzlich begreife ich, dass, solange du bei mir bist, die Dunkelheit niemals siegen kann.
Du vertreibst die Schwärze – aus der Welt und aus mir – und bringst das Licht.
Du machst mich wieder mutig, neugierig und abenteuerlustig. Du hast mich aus einem endlos langen Schlaf wach geküsst. Du hast mich wieder lebendig gemacht.
Ich danke dir für dieses neue, besondere Leben an deiner Seite, und ich verspreche dir, dass ich dasselbe für dich tun würde.
Wenn du möchtest, für den Rest meines Lebens.

 

In Liebe
XXX

 

 

 

 

November

 

 

XXX,

 

ich weiß schon seit deiner Nachricht von heute morgen, dass du Schluss machen wirst.
Etwas hat sich in den letzten Tagen verändert. Die Art und Weise in der du mit mir sprichst, mir schreibst.
Misstraue nie dem weiblichen Instinkt!
Ich wünsche dir alles erdenklich Gute für dein Leben.

 

p.s.

Ich würde diese ständigen Zweifel an deiner Zuneigung zu mir auch nicht mehr länger ertragen. Sie waren immer da, tief in mir, verborgen, auch wenn du mir sagtest, ich sei perfekt, so wie ich bin. Ich wusste immer, dass es nicht stimmt. Dass ich nicht liebenswert genug bin und irgendetwas an mir falsch ist.
Du hast gelogen. Jedes „Ich liebe dich“ war gelogen, jede Berührung, jeder Kuss nur ein Kompromiss für dich.
Aus dem Stein, der den Platz innehatte, dort, wo einst mein Herz war, war wieder etwas Lebendiges geworden - bis du es zerstört hast. Nun bin ich wieder der Stein.
All meine Befürchtungen sind wahr geworden.
Doch zwischen dir und mir ist das Leben - ein anderes als jenes, welches wir uns vorgestellt haben.

 

XXX

 

 

 

 

Heute

 

XXX,

 

die ersten 24 Stunden sind fast vorüber. Ich liege wach und schaue von meinem Bett hinaus in die Nacht. Die Dunkelheit hat gesiegt.
Ich habe Kopfschmerzen und meine Augen fühlen sich geschwollen an.
Ich sehne mich nach der Wut, die auf den Schmerz folgt. Sie wird es so viel erträglicher machen. Sie wird mir zeigen, dass du gar nicht so perfekt warst, wie ich dachte, obwohl du es niemals hättest sein müssen, und bestimmt werde ich begreifen, dass etwas mit dir und nicht mit mir nicht stimmt. Dass ich durchaus liebenswert bin, dass es dich mit mir nicht besser hätte treffen können, dass du hättest Glück haben können, dass du mich nicht verdient hast.
In ein paar Stunden wird der Morgen anbrechen. Es soll ein sonniger Tag werden. Ich werde zu der schmerzlichen, bittersüßen Erkenntnis gelangen, dass es nie wieder einen Weg zurück geben wird, auch wenn ich das Unperfekte liebe.
Denn mich liebe ich noch mehr als dich.

 

XXX

 

 

 

 

Morgen

 

XXX,

 

ich weiß nicht recht, was ich davon halten soll, dass du mir geschrieben und mich angerufen hast. Heute war ein guter Tag. Mir ging es gut. Die Gleichgültigkeit hatte bereits den Schmerz und die Wut vertrieben. Deine Stimme zu hören war seltsam. Du warst mir vertraut und doch fremd. Es war wie ein Balanceakt zwischen Glück, Unverständnis und Desinteresse. Der wahre Grund für deine Entscheidung war das Plausibelste, was es je hätte geben können. Angst ist so menschlich. Wieso hattest du nur so wenig Vertrauen in mich, dass du glaubtest, ich könnte es nicht verstehen? Es hätte mir gezeigt, dass auch du verletzlich bist. Seltsamerweise wünschte ich, ich wäre nicht länger der Stein. Ich wünschte, mein Herz würde wieder im selben Takt wie deines schlagen. Doch ich bin innerlich tot. In mir tobt eine kaum zu ertragende Leere. Da ist nichts mehr. Ein Vakuum, das jede Empfindung wie ein schwarzes Loch in sich aufgesaugt hat. Oh, ich wünschte so sehr, mein Herz wieder in deinem Rhythmus schlagen zu hören. Oh, ich wünschte so sehr, wieder der Grashalm auf dem Feld zu sein. Doch der Wind hat sich gedreht und fegt nun in wilden, unkoordinierten Bahnen über uns hinweg.
Vielleicht wird sich der Sturm eines Tages legen und auf ihn wird eine sanfte Brise folgen.

 

XXX

 

 

 

 

 

14.11.2018

 

Liebster,

 

es ist jetzt neun Tage her, seit du mich verlassen hast. Seit mein Herz in Millionen Teile zersprungen und meine Welt zusammengebrochen war.

Neun Tage, in denen so viel passiert ist. Wir haben uns wieder angenähert. Ich war unendlich glücklich, als ich spürte, dass wieder mehr in mir ist, als diese beinahe unerträgliche Kälte, wenn ich dich angesehen habe. Inzwischen habe ich das Gefühl, dass wir stärker sind als jemals zuvor.
Du hast mich heute aus deinen Mischmaschaugen angesehen und sofort hatte ich wieder das Gefühl, als stünde die Welt einen Augenblick still. Und ich liebe diese Stille um uns herum, denn in diesen Momenten sind wir ganz alleine in einem Raum mit tausend Menschen.

 

In Liebe

XXX

 

 

 

Januar

 

Liebster,


das neue Jahr hat begonnen. Es fühlt sich beinahe wie ein Resetknopf an, der es zulässt, dass ich alles Schlimme, was dir und mir und uns im letzten Jahr geschehen ist, hinter mir lassen kann. Manche würden sagen: “Neues Jahr, neues Glück! “, und vielleicht hätte ich das damals auch so lapidar vor mich hingemurmelt - am Silvesterabend, mit einem Glas Sekt in der Hand, den Blick nach vorn gerichtet, während Raketen wie kleine Punkte in den Nachthimmel steigen, mit einem Knall explodieren und in tausend Facetten gen Boden rieseln.
Neues Jahr, neues Glück... Nein, ich brauche kein Glück, ich habe bereits alles Glück der Welt, weil du und ich zusammen sind. Weil wir um uns gekämpft und überlebt haben. Weil wir noch immer wir sind.
Du hattest letzte Woche eine verrückte Idee - die Mitte-, hast es einfach so ausgesprochen, vielleicht ohne dir viele Gedanken darüber zu machen. Hast mich verwirrt, mich aus dem Konzept gebracht und dich selbst aus deiner Komfortzone gelockt ohne es zu merken. Es war verrückt. Dennoch gefällt mir der Gedanke daran. Auch wenn wir wir sind - oder gerade deswegen? Weißt du, wir machen manchmal seltsame Dinge - sind wie Feuer und Eis, setzen uns gegenseitig in Brand. Doch mit dir an meiner Seite will ich brennen. Ich möchte jeden Tag in Flammen stehen, möchte unsere Hitze auf der Haut spüren. Ich weiß, wir können ewig sein, auch wenn wir manchmal wie die ersten Menschen, wie Teenager in ihrer ersten Beziehung, sind - als ob wir nicht wüssten, wie es geht. Wie man liebt, sich streitet, sich verzeiht, versöhnt. Ich glaube, es ist so, weil wir wissen, wie viel wir uns bedeuten, weil uns das, was wir haben, viel wichtiger ist, als alles, was wir zuvor hatten.
Aber Baby, wir wissen wie es geht! Ja, wir sind wie Feuer und Eis, aber auch wie zwei Magnete, die sich so sehr anziehen, dass nichts zwischen sie passt. Wie die Luft, die wir zum Atmen brauchen und wie der Flimmerstern, der wie eine Konstante immer da ist, auch wenn wir ihn nicht sehen.
Liebster, seit wir über diese Idee sprechen fühle ich mich plötzlich anders - vollkommener, gelöster, selbstsicherer, einfacher, richtiger. Als sei alles, was im vergangen Jahr war, bedeutungslos, als sei ich angekommen. Denn wo du bist, ist Zuhause.
Ich liege wach und schaue nach Osten, durch das Fenster in die Dunkelheit. Irgendwo dort hinten am Horizont bist du. Irgendwo dort hinten am Horizont ist meine Heimat.

 

In Liebe

XXX


Liebster,

ab morgen bricht eine neue Zeit an. An dem Ort, an dem wir uns zehn Monate fast jeden Tag trafen, bist du nicht mehr.
Dein Leben schreitet schneller voran als meines. Ich weiß, dass du mich nicht gerne zurücklässt, aber du hast keine andere Wahl. Es fühlt sich beinahe so an, als ende eine Ära. Eine Zeit, die uns an den Punkt in unserem Leben gebracht hat, an dem wir heute stehen. Sie hat uns geprägt, uns mutig gemacht, uns unvernünftig gemacht, uns in den Wahnsinn getrieben. Doch ich werde versuchen mich an die Sicherheit zu erinnern, die du mir Tag für Tag gegeben hast, wenn du an meiner Seite warst. Ich werde mich an deine Blicke erinnern, die du mir zuerst aus der Ferne und dann ganz aus der Nähe zugeworfen hast. An deine Gesten, jede kleine und jede große. An unsere Gespräche, an deine Stimme, wenn du mir etwas ins Ohr geflüstert hast und an den Duft deines Parfums. Ich werde mich an die Kühle deiner Haut erinnern und an ihre Wärme. An unsere Hände, die einander hielten.
Wir haben so viel erreicht und werden noch viel mehr erreichen – weil wir wir sind. Die letzten Monate waren nur der Anfang von etwas Großem.
Und nun stehe ich hier und starre auf die Uhr, die mir unweigerlich und schmerzlich bewusst macht, dass es nicht mehr lange dauert, bis der erste Tag einer neuen Zeitrechnung anbricht. Ich werde die Stufen alleine erklimmen, werde mir bei jedem Mal, wenn die Tür sich öffnet, wünschen, dass du es bist, der herein kommt. Aber du wirst nicht kommen. Konntest nicht bleiben. Diese Erkenntnis trifft mich mit voller Wucht. Oh, ich wünschte, ich hätte nur noch einen einzigen Tag Schonfrist. Nur noch ein paar Stunden mit dir zusammen in diesem Raum, obwohl es nie der Ort war, der es zu etwas Besonderem gemacht hat, sondern du. Ich würde jede einzelne Sekunde in einem anderen Bewusstsein genießen, als ich es am letzten Tag tat.
Aber die Frist ist abgelaufen. Mir bleibt nichts anderes übrig, als die Erinnerungen an diese Zeit und die Tatsache, dass wir in Gedanken immer beieinander sein werden.
Wir sehen uns Zuhause, Baby.

In Liebe
XXX

 

 

Februar

 

 

Liebster, 

 

die schönsten Momente an dunklen und grauen Tagen sind jene, an denen Sonnenstrahlen durch die dichte Wolkendecke brechen. 

Dann stehe ich oftmals einfach nur da, recke mein Gesicht in den Himmel, schließe die Augen und genieße die schwache Wärme auf meiner Haut. Diese minimale, gut gemeinte Geste, die die Natur gewillt ist, mir freiwillig zu geben, macht meine kleine Welt ein kleines bisschen heller und ich überlege, ob es nicht genügt und ich aufhören sollte, mehr zu verlangen. 

Und auch, wenn ich vielleicht traurig sein müsste, dass dieser vergängliche Augenblick nicht länger als ein paar wenige Momente bestand hat, bin ich es nicht. Es ist schließlich noch Winter und die Sonne ist einfach noch nicht so weit, sich vollends durch das dichte Grau zu kämpfen. Aber das wird sie, ich weiß es! Ich muss darauf vertrauen, denn nur dann werden die dunklen Tage vergehen. 

Vielleicht im Frühjahr, wenn noch ein wenig mehr Zeit ins Land gezogen ist und die Welt sich in deinem und meinem Rhythmus stetig weitergedreht hat. 

Dann werde ich in die Sonne blinzeln, die hoch am blauen Frühlingshimmel steht, meine Augen schließen und die Wärme genießen. So lange, bis am Abend die Welt in gedämpftes Orange getaucht wird und die Sterne am Firmament empor steigen. 

Dann wirst du zu mir kommen und meine Hand nehmen. Deine Finger mit meinen verschränken und mir lautlos sagen, dass nun endlich alles gut wird. 

Denn so, wie es keinen Himmel ohne Sterne gibt, gibt es kein Ich ohne Dich. 

 

In Liebe

XXX

 

 

März

17.03.

 

Liebster,

 

oft bin ich wach, lange bevor der Morgen anbricht. Und während du neben mir liegst, deine Silhouette in perfekter Harmonie mit meiner kleinen Welt, und ich dein leises stete Atmen höre, ist mein Leben perfekt. Ich nehme deine Hand, wie ich es immer tue – auf dieselbe Weise, auf die wir uns, seit Anbeginn unserer gemeinsamen Zeit, jede Nacht berühren. Ich spüre die Weichheit deiner Hände und den leichten Druck, wenn sich deine Finger im Schlaf um meine schließen. Und irgendwann fällt das erste Tageslicht langsam unten den Rollladen hindurch und taucht das Zimmer in schwachen Schein. Die dunklen, unwirklichen Konturen werden allmählich zu dir und ich kann es kaum erwarten, dass du aufwachst, weil ich keine Sekunde meines Lebens ohne dich sein will. Und schließlich, wenn du mich aus deinen Mischmaschaugen zum ersten Mal an diesem Tag ansiehst und zu lächeln beginnst, weiß ich, dass uns beiden nichts geschehen kann - dass uns nichts auf dieser Welt trennen kann. Ginge es nach mir, könnten wir bis zum Ende aller Zeit auf diese Weise verbringen.

Doch durch die geschlossenen Fenster höre ich den Regen gegen die Scheiben prasseln, weshalb mir klar wird, dass es auch in unserer Beziehung Regentage geben wird. Heftige Stürme, Gewitter und möglicherweise auch kleine Tornados. Doch nach jedem Sturm scheint auch immer wieder die Sonne und nach jedem Regen gedeihen Pflanzen noch wunderschöner und prächtiger als zuvor. Und ja, wir wissen, dass wir manchmal nicht einfach sind. Und ja, wir wissen, dass wir uns herausfordern und manchmal sogar in den Wahnsinn treiben. Dennoch sollst nur du meine Herausforderung sein, die ich, wenn es sein muss, jeden Tag aufs Neue meistern werde. Dir zu zeigen, wie unendlich groß meine Liebe zu dir ist, ist dabei jedoch die größte Herausforderung. Obwohl es diese überhaupt nicht braucht. Denn sieh dich um, sieh mich an, dann weißt du alles, was du wissen musst. Ich liebe dich bis zum Ende des Horizonts, bis zum Mond und wieder zurück, bis zum Ende aller Tage. Und würde Punkt zwei nicht auf deiner Top Drei Liste der Worst Cases stehen, hätte ich dich in genau dieser Sekunde darum gebeten. Verstehst du es nun endlich? So groß ist meine Liebe zu dir, so groß der Glaube daran, dass wir unendlich sind. Du bist mein fehlendes Teilchen, wenn du nicht in meiner Nähe bist. Du vervollständigst mich, machst mich zu der besten Ausgabe meiner selbst. Ich verzehre mich nach dir, wenn wir voneinander getrennt sind - #scheißfünfundzwanzigkilometer. Du bist alles, was ich will und jemals wollen werde.

Mit dir vergehen die Tage, Wochen, Monate wie im Fluge und doch streckt sich unsere gemeinsame Zeit gen unendlich. Und ich liebe unsere Unendlichkeit, denn sie gehört nur uns. Es gibt nichts, was uns aus unserem Rhythmus bringt. Unser Alltag ist nicht alltäglich geworden – das wird er niemals.

Wir erhalten uns all die kleinen Wunder, all die ersten Male, wohlbehütet wie kleine Schätze.

Und wenn ich mich einmal verliere, so findest du mich und fängst mich auf. Du erklärst mir die Welt aus wunderschönen Mischmaschaugen – nicht nur mir, sondern auch der Kleinen.

Manchmal beobachte ich euch, wenn ihr miteinander sprecht, wie ihr miteinander umgeht, wie du sie fragst, wie ihr Tag war, wie sie dich um Rat bittet.

Liebster, bald beginnt unser gemeinsames Leben und ich zähle die Tage bis dahin. Ich will all das nur mit dir – und noch so viel mehr.

Und selbst wenn morgen die Welt unterginge und in Millionen Stücke zerspränge, würden meine Gefühle für dich dieselben sein.

Ich pflichte Hannelore Schroth bei, die schon längst wusste, dass Liebe die wunderbare Gabe ist, einen Menschen so zu sehen, wie er nicht ist.

Und ich sehe dich, Liebster – so, wie du bist. Und so wie du bist, liebe ich dich. Auf jede erdenkliche Weise, auf die ein Mensch geliebt werden kann - auf jede erdenkliche Weise, auf die ich fähig bin zu lieben.

 

Happy Birthday, Baby <3

 

 

In Liebe

XXX

 

 

April

04.04.

Liebster,

 

heute vor einem Jahr bist du in mein Leben getreten – einfach so, ohne, dass ich mich auf diesen schicksalhaften Moment hätte vorbereiten können. Du kamst durch eine ziemlich langweilige Tür, in Begleitung eines ziemlich langweiligen Menschen, an einem ziemlich langweiligen Tag, in mein ziemlich langweiliges Leben.
Ich weiß noch, dass ich einige Sekunden wie erstarrt gewesen war und dich einfach nur anschauen konnte - Ich fand dich schon damals wunderschön :)
Außerdem kennst du meine Meinung: Ich glaube an das Schicksal und daran, dass alles im Leben aus einem bestimmten Grund geschieht. Important encounters are planned by the souls long before the bodies see each other (Paulo Coelho).
Die Begegnung mit dir hat mein Herz und meine Seele berührt. Du hast Spuren hinterlassen, auf die ich selbst, irgendwann, am Ende meines Lebens, voller Liebe zurückblicken werde.
Du bist das Beste, was mir je hätte passieren können. Der Grund, weshalb ich mich wieder lebendig fühle, weshalb plötzlich alles wieder einen Sinn ergibt, weshalb die Welt bunter als zuvor ist, die Musik beflügelnder und jedes Gefühl in mir echter, als irgendwann sonst.
Ein Jahr. Ein verdammt langes, kurzes Jahr. Ein Jahr, auf das noch so viele weitere folgen werden. Du bist meine große Liebe - das kann ich sagen, ohne, dass ich es auch nur eine Sekunde bereue, es ausgesprochen zu haben.
Ein Jahr. Ein verdammt turbulentes, harmonisches Jahr. Ein Jahr, das mich – uns beide – erwachsener und reifer gemacht hat, obwohl wir manchmal noch immer wie Kinder herumflachsen. Mit dir kann ich träumen, als gäbe es die Realität nicht. Gemeinsam können wir unreif und albern sein und vergessen, wie alt wir in Wahrheit sind.
Und ich liebe es! Ich liebe die Leichtigkeit, die du mir verleihst, wenn wir zusammen sind. Ich liebe es, dass du mich auffängst, wenn ich falle. Ich liebe die Herausforderungen, die wir uns gegenseitig stellen. Ich liebe es, in deinem Arm zu liegen; dich zu küssen, zu berühren; deine Stimme und deine Augen; deine Klugscheißerei und deine Überheblichkeit; deine Fähigkeit, Schönheit zu erkennen; dein Mitgefühl und, dass du selbst Verzeihen lernen kannst; dein Lächeln und den Ausdruck dabei in deinen Augen; dein Gesicht, wenn du schläfst; deine Art mit dem Kind umzugehen; dein Verständnis für meine Sorgen und deine Zuversicht, wenn ich zweifle; ja sogar deine kleinen Verhaltensstörungen. Denn das alles bist du und ich möchte nicht, dass du je ein anderer wirst.
Ein Jahr. Ein außergewöhnliches, gewöhnliches Jahr. Ein Jahr, in dem uns jeder Tag näher zueinander gebracht hat.
Und nun stehen wir hier – 98 Tage vor unserem neuen Leben.
98 Tage, auf die noch tausend andere folgen werden. 

In Liebe
XXX

 

 

 

Liebster,

das Frühjahr ist gekommen – so, wie ich es dir versprochen habe. 
Auch wenn ich es dir nicht sage, so sehe und bemerke ich dennoch all die kleinen Dinge, die du (vielleicht auch ein Stück weit für mich) tust und die sich verändern – die dich verändern.
Danke für deine Liebe! Danke für jeden neuen und jeden alten Tag an deiner Seite!

In Liebe
XXX

 

 

 

Liebster,

 

das Auto holpert über die Autobahnen in Richtung Süden. Ich habe meine Augen geschlossen, während die Frühlingssonne durch die Fensterscheibe auf mein Gesicht scheint. Ich höre dir zu, wie du leise zu den Liedern aus deiner Meisterwerksplayliste mitsingst. Dieses Mal bin ich nicht zurück geblieben, dieses Mal hast du mich mitgenommen. Die Millionen Kilometer, die auf deiner Reise im Herbst zwischen uns lagen, tun es nicht mehr – werden es nie, nie wieder tun. Wenn du willst, gehe ich von nun an jeden einzelnen Kilometer mit dir zusammen. Ein atemberaubendes Gefühl, das mir Sicherheit, die ich eigentlich nicht mehr brauche, weil ich keine Zweifel mehr habe, vermittelt. Dennoch kommt es mir manchmal wie ein Traum vor, dass ich mein Leben mit dir verbringen darf. Nun dauert es nicht mehr lange, bis ich deine Familie kennenlerne. Ich bin erfüllt von Freude und Angst und als du mich fragtest, weshalb ich mich fürchte, konnte ich es dir noch nicht einmal beantworten. Vermutlich ist es nur der unausgesprochene Wunsch, angenommen zu werden – ein Teil deines Lebens zu sein.

Ich öffne meine Augen und schaue dich an. Wir fahren an gelb leuchtenden Rapsfeldern und hügeligen Landschaften vorbei. Immer weiter geradeaus, immer weiter Richtung Süden. Unser erster gemeinsamer Urlaub und nur der erste Tag vom Beginn vom Rest unseres gemeinsamen Lebens.

Ich liebe dich – bis zum Mond und wieder zurück!

 

In ewiger Liebe

 

XXX

 

 

Mann!

 

Frau seien sehr glücklich. Frau finden toll, dass Mann Feuer machen, wilde Tiere jagen und Frau beschützen kann. Frau wissen, wie viel Mann bedeuten, dass Mama von Mann finden Neuigkeiten gut. Frau hat übrigens doch Angst vor Haustier von Mann, und möchte nicht gegen Frau, die Haustier von Mann mag, ausgetauscht werden. Frau gar nicht möchte ausgetauscht werden!

Frau wird Mann Höhle entwerfen, mit Zimmer nur alleine für Mann. Mit Schild für Steinklotztür, dass Mann nicht von Frau und Kind gestört werden will. Bald wird Mann Feuer in Höhle machen und Frau in Höhle tragen - so, wie Männer das immer schon mit Frau gemacht haben, nachdem sie Frau Keule auf Kopf gehauen haben.

Und wenn Mann mal krank oder alt und schwach ist, dann Frau geht jagen, beschützt Mann vor wilden Tieren (auch vor Haustier von Mann ) und macht Feuer. Frau würde Mann nie Säbelzahntiger zum Fraß vorwerfen, wenn Mann Frau nicht mehr beschützen kann. Mann beschützen Frau dann auf andere Weise. Und Frau beschützen Herz von Mann - auf ewig. Bis Meteroid auf Erde plumpst. Frau und Mann dann zusammen in Höhle bleiben. Denn Frau lieben Mann. Und Mann lieben Frau (auch wenn Frau Mann bestimmt manchmal mit Keule jagt).

 

Frau in Liebe

 

XXX

 

 

Mai

 

 

Liebster,

es ist einige Jahre her, da erzählte mir eine Arbeitskollegin etwas, das damals für mich seltsam, verrückt, aber vor allem unmöglich geklungen hatte.
Ich weiß es noch, als wäre es gestern gewesen, dass ich neben ihr gesessen und sie stirnrunzelnd und mit einer Mischung aus Skepsis und Unglaube angesehen hatte. An diesem Punkt in meinem Leben war die Vorstellung, dass sie die Wahrheit sagte, dass sie nicht log, um mich zu kränken, weil sie glücklich war und wusste, dass ich es nicht war, absurd.
Und als sie beim Erzählen zufrieden lächelte und all das, was mir verwehrt war, in ihren Worten mitschwang, wurde ich fürchterlich wütend – wegen solch einer, für mich, an den Haaren herbeigezogenen Geschichte. Denn woher sollte ich es besser wissen? Ich konnte doch nur auf meine eigenen Erfahrungen zurückblicken.
Und schließlich, als sie nicht aufhörte zu reden, wollte ich sie anschreien. Wollte sie fragen, weshalb sie das tat, weshalb sie mir vor Augen führen musste, was sie hatte und ich nicht. In diesem Moment war so viel Hass in mir gewesen - für mein Leben, oder das, was ich Leben nannte. Und ich hatte diese Frau dafür verachtete, etwas zu besitzen, wonach ich mich mehr als alles andere auf der Welt sehnte.
Du kennst mich inzwischen recht gut und ich denke, du weißt, dass ich niemand bin, der jemand anderem sein Glück nicht gönnt. Doch damals…ich war so verbittert, so einsam und ständig wütend, auf Gott und die Welt.
Doch an diesem Tag hatte ich das erste Mal seit ewig langer Zeit noch etwas anderes empfunden - Eifersucht. Eine Emotion, die durch all die Wut und Enttäuschung, die in mir tobte, längst in Vergessenheit geraten war. Die ich zusammen mit Hoffnung unter einer meterdicken Mauer aus Gleichgültigkeit und Ignoranz vergraben hatte. Doch da war sie plötzlich, zurück an der Oberfläche, in leuchtend schrillen Farben und nach Aufmerksamkeit schreiend.
Nun, soll ich dir verraten, was sie gesagt, womit sie mich so sehr verletzt hatte?
Sie hatte behauptet, in ihren Partner nach all den Jahren noch genauso verliebt zu sein, wie am ersten Tag ihrer Beziehung. Dass sich ihre Gefühle für ihn niemals geändert hätten, sondern nur noch stärker geworden waren - von Tag zu Tag.
Liebster, heute bin ich nicht mehr wütend, wenn ich an dieses Gespräch zurückdenke.
Heute weiß ich, dass sie die Wahrheit gesagt hat.
Heute weiß ich, dass es möglich ist.

In Liebe, die sich noch genauso wie am ersten Tag anfühlt

XXX

p.s.: Ich bin so unglaublich stolz auf dich und auf das, was du in den letzten Monaten erreicht hast.
Lass dies der Beginn vom Rest unseres unglaublichen und großartigen Lebens sein.



 

Liebster,

plötzlich ist es vollkommen still in der Wohnung und ich höre außer den Anschlägen meiner Tastatur keinen einzigen Laut. Die Kleine schläft längst und du bist in der Mitte. Es fühlt sich seltsam falsch an, räumlich von dir getrennt zu sein. Vor allem, wenn wir so viele Tage hintereinander zusammen waren. Es ist verrückt, wie sehr ich dich vermisse. Dabei weiß ich doch, dass es nur Scheißfünfundzwanzigkilometer sind und wir uns schon bald wiedersehen. Außerdem braucht jeder von uns seine Freiheit und das ist vollkommen in Ordnung. Und auch, wenn ich die Grenzen an ganz bestimmten Orten manchmal ein wenig ausdehne und nicht so recht akzeptiere, werde ich die Grenzen, die dir wirklich wichtig sind, immer respektieren und einhalten – das verspreche ich dir.
Ich habe die Rollladen im Schlafzimmer noch nicht heruntergelassen – möchte lieber noch ein wenig nach Osten, in deine Richtung, schauen. Es sind noch zweiundfünfzig Tage bis zu unserem gemeinsamen Leben. In den Zimmern meiner Wohnung stapeln sich allmählich die Kartons. Mehr und mehr Möbel verschwinden. Es fühlt sich jedoch ganz und gar nicht falsch sondern einfach nur richtig an.
Von Zeit zu Zeit denke ich darüber nach, ob ich irgendwann einmal Heimweh haben könnte, doch das glaube ich nicht. In zweiundfünfzig Tagen ist mein Zuhause dort, wo du bist und es ist egal, wo es sein wird, denn ich würde dir bis zum Ende der Welt folgen.

In Liebe

XXX

 

 

 

Liebster,


inzwischen sind die Tage länger als die Nächte. Es ist schon spät und doch liege ich wach und starre in die Helligkeit. Eigentlich möchte ich schlafen, aber meine Gedanken kreisen um die Ereignisse des heutigen Tages. Ich denke über Vergänglichkeit nach und über Ären, die enden. Über Veränderungen und über Loyalität.
Und während die Welt dort draußen immer stiller und der Himmel allmählich in gedämpftes Licht getaucht wird, verstehe ich, dass manche Dinge, manche Ären, enden müssen – so wie dieser Tag, der Platz für die Nacht macht. Dennoch mag ich keine Veränderungen. Zumindest nicht jene, die sich wie Heimweh anfühlen – wie heute Nachmittag. Im letzten Jahr habe ich so viele Veränderungen erlebt, dass sie beinahe für ein ganzes Leben reichen und doch brachten sie das Beste auf der Welt mit sich – Dich!
Von Zeit zu Zeit gibt es Momente, in denen ich dich ansehe und es mir so vorkommt, als sehe ich dich zum allerersten Mal. In all deinen Facetten, mit all deinen Wunden, in all deiner Güte, deinem unbändigen Stolz, deiner Verletzlichkeit und deiner Liebe. Und ich sehne mich nach diesen Momente, denn sie geben mir jede Mal das Gefühl des Augenblicks zurück, in dem ich mich Hals über Kopf in dich verliebte.
Liebster, dir gegenüber werde ich stets loyal sein. Ich werde versuchen, alles Schreckliche von dir fern zu halten und deine Wunden zum Heilen zu bringen. Und ich verspreche dir, dich nicht verändern zu wollen, deine Verletzlichkeit nicht gegen dich zu verwenden, deinen Stolz nicht mit Arroganz und Egoismus zu verwechseln, deine Güte Wert zu schätzen und deine Liebe immer anzunehmen.
Denn nach all den Jahren, nach all den Fehlern, bin ich mir nun eines gewiss: Du bist die Liebe meines Lebens.
Danke, dass es dich gibt!

 

In Liebe

 

XXX

 

 

Juni

 

Liebster,

 

dies sind 135 Dinge, die ich an dir Liebe ♥

Ich liebe

  1. dein Lächeln

  2. deinen unerschütterlichen Glauben an mich

  3. deine WhatsApp Nachrichten

  4. ,dass du mir immer Songs geschickt hast

  5. ,dass du dich für so viele Dinge interessierst

  6. deinen ‚Dein Ernst?‘ - Blick

  7. weil es dir egal ist, wenn andere Frauen dich auschecken
  8. wenn schläfst und wie friedlich du dabei aussiehst

  9. ,dass du mein Herz erwärmst

  10. ,dass du mich allein durch ein einziges Wort zum Lächeln bringst

  11. deine Haare

  12. deine Grübchen, wenn du lachst

  13. die verschiedenen Weisen, auf die du mich küsst

  14. deine kleinen, unterschwelligen Sticheleien und den Spaß, den du daran hast

  15. ,dass du mich wie eine Teenagerin zum Kichern bringst

  16. weil du es schaffst, dass ich mich bei dir lebendig fühle

  17. ,dass du Wert auf Regeln legst

  18. ,dass du stets bedacht handelst

  19. ,dass du mir sagst, dass du mich liebst

  20. ,dass deine Berührungen unbeschreiblich gut sind

  21. wenn du singst

  22. deinen Humor

  23. ,dass du auf dich und deinen Körper achtgibst

  24. dass der Sex mit dir grandios ist

  25. wie du mit dem Kind umgehst

  26. ,dass du mir morgens Zettel mit süßen Botschaften auf dem Bett hinterlässt

  27. ,dass du manchmal genauso unordentlich bist wie ich

  28. weil du „Monkisch“ verstehst

  29. deine Selbstironie

  30. deinen Hintern (in und ohne Jeans 😊 )

  31. ,dass du ein erstaunliches Repertoire an Xenismen besitzt

  32. ,dass ich bei dir Ich sein kann

  33. ,dass du mir Mut machst

  34. ,dass du dich gut artikulieren kannst

  35. ,dass du mich zur glücklichsten Frau der Welt machst

  36. ,dass du mir zeigst, wie es sich anfühlt, geliebt zu werden

  37. ,dass du mein Ruhepol bist

  38. weil du ruhig bleibst, wenn ich emotional bin

  39. weil ich bei dir weinen kann

  40. ,dass du mir deine Meinung sagst, auch wenn ich sie nicht hören will

  41. ,dass du schlimme Dinge mit mir zusammen durchstehst

  42. ,dass du dich nicht mit Alternativen zufriedengibst

  43. ,dass du die beste Version von mir zum Vorschein bringst

  44. ,dass du ganz oft in derselben Sekunde an dasselbe wie ich denkst

  45. ,dass du mich vor anderen verteidigen würdest, wenn ich im Recht bin

  46. ,dass du dir Dinge merkst, die mir wichtig sind

  47. ,dass du Geschenke machen kannst, die nichts kosten und doch den höchsten Wert der Welt für mich haben

  48. ,dass du musikalisch bist

  49. deine Stimme, die mich jedes Mal aufs Neue in ihren Bann zieht

  50. deine Mischmaschaugen

  51. deine Rituale

  52. ,dass du manchmal genauso verrückte Ideen hast wie ich

  53. ,dass du dich bei mir fallen lassen kannst

  54. ,dass du mich nicht für verrückt hältst, wenn ich verrückte Dinge mache
  55. weil du Dinge erfindest

  56. deine liebevolle Art

  57. ,dass du dir Sorgen machen kannst und weißt, wann man sich nicht sorgen sollte

  58. deinen Körper

  59. ,dass du mich zum Lachen bringst, wenn mir nicht zum Lachen zumute ist

  60. ,dass du mit mir albern sein kannst

  61. deine Flimmersterngeschichten

  62. ,dass du ein gutes Vorbild fürs Kind bist

  63. deine Intelligenz

  64. wenn du wirkst

  65. ,dass du mich im Schlaf manchmal an dich heranziehst, mich umarmst oder küsst und am nächsten Morgen nichts mehr davon weißt

  66. deine Zwangsneurosen

  67. deine gute Erziehung

  68. wenn du „Bullshit“ sagst

  69. dein "Chhhhh" und sogar das Monster

  70. ,dass du selbst nicht aufgibst

  71. ,dass du mir die Welt erklären kannst

  72. ,dass du einen tollen Sport magst und mit Herzblut dabei bist

  73. ,dass ich manchmal auf dein Handy lünkern darf

  74. ,dass ich auf deine Unterstützung bauen kann

  75. deine Luftbegattung
  76. deine Haare, die morgens wild durcheinander vom Kopf abstehen
  77. ,dass Mann bester Mann auf großem, runde, sich drehenden Steinklotz ist

  78. unsere Gemeinsamkeiten

  79. den Mahmoud und den Basti in dir

  80. ,dass du mich in dein Leben miteinbeziehst

  81. wenn du Kimi nachmachst

  82. ,dass wir miteinander lachen können

  83. ,dass ich mich bei dir frei fühle

  84. wenn du zur Musik mitsummst, weil du dich unbeobachtet fühlst

  85. ,dass du mich auffängst, wenn ich falle

  86. die Sekunden nach dem Aufwachen mit dir

  87. wenn du Englisch sprichst
  88. ,dass du genau weißt, durch was du welche Wirkung auf mich hast 😉
  89. ,dass du meine Eigenarten akzeptierst
  90. ,dass du mit dem Kind Vokabeln lernst

  91. ,dass du im Schlaf meine Hand nimmst, um sie zu halten

  92. ,dass du Fake - Pandi respektierst

  93. ,dass du auf mich aufpasst

  94. ,dass du dich manchmal mit dem Kind gegen mich verbündest
  95. dein „Määäääädschän“

  96. ,dass du fähig bist zu verzeihen

  97. ,dass du mir zuhörst

  98. ,dass wir viele Ansichten teilen

  99. deinen exzellenten Musikgeschmack

  100. ,dass du manchmal ganz schön frech bist
  101. ,dass du mich so nimmst, wie ich bin
  102. deine weichen Hände

  103. deine filigranen Finger

  104. ,dass du mir Möglichkeiten und Alternativen aufzeigst

  105. ,dass du mit mir Pläne schmiedest

  106. ,dass du mir zeigst, was du willst

  107. ,dass du Listen erstellst

  108. ,dass du mir sagst, dass du mich schön findest

  109. deine Gestik, wenn du versuchst, etwas voller Ernsthaftigkeit zu erklären

  110. deine gute Allgemeinbildung

  111. den Finger des Grauens

  112. deine Freude, wenn du etwas dazulernst

  113. ,dass du mit uns zusammenziehst

  114. ,dass du das Leben mit einem Teenager auf dich nimmst

  115. ,dass wir gemeinsam all unsere Fantasien ausleben können

  116. ,dass du neugierig und wissbegierig bist

  117. ,dass du viele Freunde hast

  118. ,dass du von unserer Zukunft träumst und sie mit mir zusammen gestaltest

  119. deine Vernunft
  120. ,dass du dir auch unwichtige Dinge merkst

  121. ,dass du mir ein Lied geschrieben hast

  122. ,dass es für dich normal ist, meine Hand zu halten

  123. ,dass du auch auf das Kind aufpassen würdest

  124. ,dass du mich motivierst, Dinge anzugehen und Träume zu verwirklichen

  125. ,dass ich dir nicht auf der Nase herumtanzen kann

  126. ,dass du manchmal auch streng sein kannst

  127. deine Unnachgiebigkeit

  128. deinen Enthusiasmus

  129. wenn du mir technische Details über deine Lieblingsautos erzählst
  130. ,dass ich mit dir nomnomnom machen kann und wenn du mich mit Nomnomnom ärgerst

  131. ,dass wir miteinander ernsthaft diskutieren können

  132. ,dass ich in deiner Nähe wieder fühle

  133. ,dass du mir zeigst, was Liebe ist

  134. ,dass du an meiner Seite bleibst, auch wenn es schwierig wird
  135. deine Klugscheißerei

 

Und mir würden noch hundert weitere einfallen!

 

In Liebe

XXX

 

 

 

 

Liebster,

 

je älter wir werden, desto schwerer wird das Leben. Zumindest empfand ich es in der Vergangenheit immer so. Ein Umstand, den ich akzeptierte, aber nie wollte.

Ich weiß noch, wie oft ich einfach nur dasaß und mir das Leben von einst zurück wünschte. Wie oft ich einfach nur wieder Kind sein wollte – unbeschwert und sorglos. Doch die Uhr dreht sich nicht rückwärts sondern unaufhaltsam fort und wir sind machtlos und müssen hinnehmen, was das Leben uns gibt. Das einzige, worauf wir Einfluss haben, was wir bewusst entscheiden können, ist, mit wem wir unser Leben teilen - die wertvollen Jahre, in denen wir uns noch jung und agil fühlen, noch volles Haar und eine glatte Stirn haben, und mit wem wir auf die Uhr schauen wollen, um mit erschrecken festzustellen, dass wieder ein Jahr vergangen ist. Dass wieder ein Geburtstag gefeiert wurde, dass wieder jemand fort ist, dass wieder zuerst der Herbst, dann der Winter, das Frühjahr und schließlich der Sommer kam.

Und damals als ich noch fand, dass das Leben schwermütig, traurig und einsam war, wollte ich am liebsten jede Minute allein verbringen, eingeschlossen in einen dunklen Raum, um auf Dinge zu warten, die sowieso nie kämen.

Und nun sitze ich hier, schaue auf die Uhr und kann es kaum erwarten, dass die Zeit vergeht. Denn je schneller die Minuten voranschreiten, desto schneller bist du wieder bei mir. Und desto schneller kann ich meine kostbaren Jahre mit dir verbringen und Geburtstage feiern und Menschen gehen lassen und jene Jahreszeiten erleben, die wir beide so sehr lieben.

Durch dich ist mein Leben leicht geworden und ich wünsche mir, dass keine Uhr jemals rückwärts läuft. Und auch, wenn es Tage wie heute gibt, an dem du alles verfluchen und hinschmeißen könntest, denk daran, Zuhause wird immer jemand sein, der auf die Uhr schaut, zusieht, wie sich die Zeiger gemächlich vor sich hin drehen und darauf wartet, dass du zu ihr kommst. Denn dann beweise ich dir, dass auch die fürchterlichsten Tage Schönheit besitzen. Und gemeinsam werden wir einfach Chhhhh! gegen Alles machen.

Denn wenn ich eines im letzten Jahr gelernt habe, dann, dass sich viele Dinge zu zweit viel besser ertragen lassen – und mit dir zusammen am allerbesten!

 

In Liebe

 

XXX